Deutsches Fotomuseum




Unter den Linden in Berlin, 1984
In Leipzig Connewitz, 1988

Mahmoud Dabdoub

Heimat DDR


Ausstellung im Deutschen Fotomuseum
vom 03. Oktober 2018 bis zum 31. März 2019

Parallel zur Ausstellung „Heimat“ von Johannes Mühler zeigt das
Deutsche Fotomuseum die Ausstellung „Heimat DDR“ des 1958 im
libanesischen Baalbek geborenen Fotografen Mahmoud Dabdoub,
der ab 1981 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
Fotografie studierte und in der DDR eine neue Heimat fand.

Aufmerksam und unvoreingenommen beobachtete Dabdoub Leben
und Alltag seiner neuen Umgebung und gestaltete Bilder des inzwischen
untergegangenen Landes, die wir heute voller Staunen betrachten.

Der Blick von außen und die Neugier auf das Unbekannte sind prägende
Merkmale, die den Fotografien Eindringlichkeit verleihen und dem Betrachter
eine bemerkenswerte Beschauung der Lebenswirklichkeit im real
existierenden Sozialismus der 1980er Jahre ermöglichen.

Dabdoubs scharfsichtige Alltagsbeobachtungen offenbaren die seltsame
Verquickung zwischen dem surrealen Duktus, der in der DDR so oft unfreiwillig
hervortrat und einer provinziellen und heimeligen Artung, die aufgrund der
Selbstisolierung des kleinen Landes immer deutlicher zum Ausdruck kam.

Heute lesen wir die Fotografien als Dokumente einer Endzeitstimmung,
voller Melancholie und Tristesse, aber Dank des originellen Blickwinkels
des Fotografen auch voller Heiterkeit und Ironie.

Die Ausstellung zeigt Ansichten und Szenen aus Leipzig und Ostberlin aus dem
letzten Jahrzehnt der DDR und versteht sich als Beitrag zur aktuellen Diskussion
um einen modernen Heimatbegriff.

Die CEWE COLOR Stiftung unterstützt als Förderer des Kulturguts
Fotografie auch diese Ausstellung.